EEG Eigendeckung Energiespeicher erneuerbare Energien Photovoltaik Solarbatterie Solarstrom

Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG 2017 – Kurs in Richtung Marktwirtschaft

EEG 2017 Änderungen und Vergütungssätze

EEG – auf dem Weg zum Wettbewerb

Seit dem 1. Januar 2017 ist das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Die jüngste EEG-Novelle stellt einen grundlegenden Einschnitt im Fördersystem dar – einen Paradigmenwechsel: Die Bundesregierung will weg von den staatlich festgesetzten Einspeisetarifen für Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen. Stattdessen soll die Vergütung für Strom aus Photovoltaik-, Windenergie- und Bioenergie-Anlagen, der in das öffentliche Netz eingespeist wird, wettbewerblich durch Ausschreibungen ermittelt werden.

Für die Betreiber von kleinen Photovoltaik-Hausdachanlagen gibt es aber gute Nachrichten. Das Ausschreibungsverfahren gilt nur für PV-Anlagen im industriellen Maßstab.

  • Für Solarstromanlagen bis 750 Kilowatt Leistung gilt das alte Fördersystem auch weiterhin.
  • Photovoltaik-Anlagen bis 10 Kilowatt Leistung, wie sie auf Wohnhäusern üblich sind, sind auch weiterhin von der EEG-Umlage befreit.

Strukturwandel im EEG

Als das EEG am 1. Januar 2000 in Kraft trat, gab es noch keinen Markt für regenerative Anlagen. Die meisten Biogas- und Photovoltaik-Anlagen sowie Windräder waren von Pionieren oder Forschungsinstituten gebaut worden. Kleinere Förderprogramme wie das 100.000-Dächer-Programm für PV-Anlagen in den 1990er Jahren ebneten den Weg zu dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das den regenerativen Energien letztlich zum Marktdurchbruch verhalf.

Zwei Merkmale kennzeichnen das „alte“ EEG:

  • die gesetzlich festgelegte, kostendeckende Einspeisevergütung, die als Investitionsanreiz gedacht war
  • die Vorrangregelung, welche besagt, dass bevorzugt Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen in das öffentliche Netz eingespeist werden soll.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fruchtete, der Markt für die Ökostromerzeugung boomte. Etwa 100 Staaten weltweit übernahmen das deutsche Fördermodell und passten das EEG länderspezifisch an.

„Das EEG war ein Technologiefördergesetz, das eine Nischentechnologie fördern wollte.“ So erklärte der zu der Zeit amtierende Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Strukturwechsel vor der Abstimmung im Bundestag im Sommer 2016. Mittlerweile seien die Erneuerbaren aber zur bestimmenden Säule des Strommarktes geworden, deshalb müssten sie sich nun dem Wettbewerb stellen.

Novelliertes EEG soll Zubau steuern und Kosten begrenzen

Anstatt vorrangig das Marktwachstum voranzutreiben, hat die Regierung nun neue Ziele:

  • Sie will den Zubau von regenerativen Anlagen steuern.
  • Sie möchte die Kosten für die regenerative Stromerzeugung begrenzen.

Dafür sollen die Erneuerbaren planvoll ausgebaut, ihr Ausbau mit dem Netzausbau synchronisiert und die Förderhöhe für erneuerbare Energie marktwirtschaftlich ausgeschrieben werden, so die Bundesregierung. Mit diesen Maßnahmen soll der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromversorgung von 33 Prozent im Jahr 2016 auf 45 Prozent im Jahr 2025 gesteigert werden.

Wer über ein Ausschreibungsverfahren eine Förderung erhalten will, muss sich um eine möglichst kostengünstige Herstellung bemühen, teilt die Bundesregierung mit. Durch die Gebote mit niedrigen Erzeugerpreisen sollen die Herstellungs- und damit die Förderkosten pro Kilowatt gesenkt werden. Außerdem verspricht die Regierung sich davon, dass die Suche nach kostengünstigen Lösungen zu technischem Fortschritt führen werde, wodurch längerfristig die Kosten weiter sinken sollen.

Testauktionen mit Photovoltaik-Freilandanlagen

Photovoltaik-Freilandanlagen dienten 2015 dazu, das Ausschreibungsverfahren zu erproben

Erprobt wurde das Ausschreibungsverfahren seit 2015 bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen.

Erprobt wurde das Ausschreibungsverfahren seit 2015 bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen. 2017 wird das Auktionsmodell auf die Windenergie und Bioenergie übertragen. Die Anbieter, die mit den günstigsten Erzeugungspreisen an den Auktionen teilnehmen, erhalten den Zuschlag für den Anlagenbau.

Davon ausgenommen sind Photovoltaik- und Windenergieanlagen bis 750 Kilowatt Leistung.

Bei Biomasse-Anlagen liegt die Grenze bei 150 Kilowatt. Für sie gibt es auch weiterhin eine politisch festgesetzte Einspeisevergütung. Für Wasserkraft und Geothermie sind keine Ausschreibungen vorgesehen.

EEG 2012: Von der Volleinspeisung zur Eigenversorgung mit Solarstrom

PV-Stromspeicher dienen dazu, den Eigenverbrauch des Solarstroms zu steigern

PV-Stromspeicher dienen dazu, den Eigenverbrauch des Solarstroms zu steigern

Bereits mit der EEG-Novelle 2012 war ein Richtungswechsel eingeleitet worden. Zuvor war noch die Volleinspeisung üblich, das heißt, der Solarstrom wurde gegen die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung komplett in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Nun sollte der selbst erzeugte Strom vorrangig selbst und vor Ort verbraucht werden, die Einspeisetarife wurden entsprechend abgesenkt. Photovoltaikanlagen werden deshalb seither so dimensioniert, dass möglichst viel Solarstrom selbst verbraucht werden kann.

Sonderfälle bei Neubau und Erweiterung einer PV-Anlage

Durch die Eigenverbrauchsregelung im EEG 2017 ergeben sich nun allerdings für einige Solarstromerzeuger Fragen. Zum Beispiel, wenn sie bereits eine Photovoltaikanlage haben und diese erweitern wollen. Oder wenn sie eine bestehende Anlage, deren Solarstrom bislang komplett in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, auf Eigenversorgung umstellen wollen. In Fällen wie diesen gilt es zu klären, ob die EEG-Umlage fällig ist und, falls ja, in welchem Umfang. Anhand von drei Fallbeispielen schildern wir die aktuellen Regelungen.

Digitalisierungsgesetz: Smart-Meter-Einbau beginnt

Zeitgleich zur EEG-Novelle 2017 wurde auch das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ zum Abschluss gebracht. Das Digitalisierungsgesetz trat allerdings schon im September 2016 in Kraft.

Mit dem Digitalisierungsgesetz setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie zur Energieeffizienz (2009/72 EG) um. Sie besagt, dass bis 2020 mindestens 80 Prozent der Verbraucher mit intelligenten Verbrauchserfassungssystemen auszustatten sind. Für Stromverbraucher bedeutet dies: Die herkömmlichen analogen Zähler (sogenannte Ferraris-Zähler), die den Stromverbrauch im Haushalt oder Betrieb pauschal erfassen und einmal im Jahr abgelesen werden, haben ihren Dienst getan. Sie werden durch digitale Messsysteme (Smart Meter) ersetzt, die den Stromverbrauch in Echtzeit erfassen.

Mit dem Digitalisierungsgesetz werden zwei Ziele verfolgt:

  • Bessere Koordination von Stromverbrauch und Erzeugung von regenerativem Strom
  • Motivation der Verbraucher zum Stromsparen

Zur ersten Zielsetzung: Durch die detaillierte Erfassung des Stromverbrauchs soll dieser besser mit der Erzeugung von Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen abgestimmt werden können. Denn der regenerative Strom wird je nach Tageszeit und Wetterverhältnissen schwankend erzeugt. Damit ist die Energieerzeugung – im Gegensatz zur Stromerzeugung in konventionellen Kraftwerken – schlecht planbar. Außerdem belasten Stromspitzen das Netz.

Zur zweiten Zielsetzung, der Stromeinsparung mit Hilfe digitaler Zähler: Mit Hilfe der detaillierten Dokumentation des Stromverbrauchs können die Kunden besser erkennen, wann welche elektrischen Geräte wie viel Strom verbrauchen. Dadurch können sie Stromfresser identifizieren und Stromeinsparpotenziale nutzen, zum Beispiel, indem sie energieeffiziente Geräte anschaffen oder ihr Verbrauchsverhalten ändern. Letzteres wird vor allem dann relevant, wenn variable Stromtarife eingeführt werden.

Der Einbau der Messeinrichtungen soll 2017 beginnen und 2032 abgeschlossen sein.

Eine wichtige Regelung ist, dass der Smart-Meter-Einbau für Stromkunden ab 6.000 kWh im Jahr Pflicht ist, für Kunden mit weniger Stromverbrauch ist er optional. Das heißt allerdings nicht, dass der Kunde entscheiden kann, ob er einen Smart Meter einbauen lassen will oder nicht. Die Entscheidung liegt beim Energieversorger. Will dieser umrüsten, so hat der Stromabnehmer kein Einspruchsrecht.

In dem vorgesehenen Zeitraum von 15 Jahren erfolgt die Umrüstung schrittweise:

  • Ab 2017 gilt die Smart-Meter-Pflicht zunächst für Unternehmen mit einem jährlichen Stromverbrauch ab 10.000 Kilowattstunden (kWh).
  • Bis 2025 sollen alle Abnehmer in dieser Kategorie umgerüstet sein.
  • Ebenfalls in der Pflicht sind ab 2017 Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung ab 7 Kilowatt.
  • Zwischen 2020 und 2028 sollen dann Stromkunden – Privathaushalte wie Unternehmen – mit einem Stromverbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh mit dem neuen Zähler ausgestattet werden.

Für Kunden unter 6.000 kWh Verbrauch im Jahr beginnt 2020 der oben beschriebene optionale Einbau.

(Über das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende und den Smart-Meter-Rollout inklusive der Fristen informiert die Bundesnetzagentur auf ihrer Website „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende„).

Photovoltaik im EEG 2017

PV-Anlage mit oder ohne Speicher?Für die Besitzer von kleinen Photovoltaikanlagen ändert sich trotz des Strukturwandels im EEG 2017 nichts Grundlegendes: Solaranlagen bis einschließlich 750 Kilowatt Leistung fallen nicht unter die Ausschreibungspflicht.

Das heißt, die Betreiber von Photovoltaikanlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern sowie von (nicht zu großen) gewerblichen Anlagen erhalten auch weiterhin eine feste Vergütung für den von ihnen eingespeisten Strom.

Grundsätzlich gilt aber auch weiterhin, dass die Anlagen so dimensioniert sein sollen, dass möglichst viel Solarstrom selbst verbraucht werden kann. Und noch eine gute Nachricht: Selbst verbrauchter Solarstrom aus Kleinstanlagen bis 10 Kilowatt Leistung bleibt auch weiterhin von der EEG-Umlage befreit.


Erzeugen auch Sie Ihren eigenen, umweltfreundlichen Strom. Profitieren Sie von vielfältigen Vorteilen und leisten Sie einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende:

  • Solarstrom kann heute schon für etwa 10 bis 13 Cent je Kilowattstunde bei Hausdachanlagen erzeugt werden und ist damit deutlich günstiger als Haushaltsstrom vom Energieversorger.
  • Mit einer ausreichend dimensionierten PV-Anlage und einem einfachen Batteriespeicher können bis zu 70 oder 80 Prozent des Strombedarfs solar gedeckt werden, mit einem vernetzten Batteriespeicher sogar bis zu 100 Prozent.
  • Solarstrom, der nicht selbst verbraucht werden kann und deshalb in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, erhält auch weiterhin eine Vergütung nach festen Einspeisetarifen.
  • Solarstromerzeuger genießen ein Stück weit Unabhängigkeit vom Energieversorger.
  • Vor Ort verbrauchter Solarstrom entlastet das öffentliche Stromnetz und reduziert den Bedarf an Netzausbau.
  • Die Erzeugung von Solarstrom ist ein Beitrag zum dringend erforderlichen Klimaschutz. Jede Kilowattstunde Solarstrom vermeidet Kohlendioxid-Ausstoß.

Der staatlich festgelegte Einspeisetarif für Anlagen bis einschließlich 750 Kilowatt richtet sich auch im novellierten EEG nach der zugebauten Photovoltaik-Leistung. Die Vergütungssätze variieren je nach Technologie und Anlagengröße. Allerdings ist mit der Novelle ein neuer Degressionsmechanismus eingeführt worden. Dies ist das Verfahren, mit dem die Höhe der Einspeisetarife ermittelt wird.

EEGKünftig wird der anzulegende Wert monatlich um 0,5 Prozent abgesenkt. Außerdem erfolgt jeweils zum 1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. November eine Anpassung der Basisdegression in Abhängigkeit vom Zubau. Mit dem neuen Mechanismus soll schneller auf das Über- bzw. Unterschreiten des Zielkorridors reagiert werden. Als Zielkorridor wird das Zubau-Ziel bezeichnet. Für die Photovoltaik liegt dieser laut Bundesregierung bei 2,5 Gigawatt im Jahr.

Für die erste neue Festlegung wurden noch die gemeldeten Zahlen aus dem zweiten Halbjahr 2016 zugrunde gelegt. Eine Zeitlang sah es so auch, als wenn zum ersten Mal seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes der Einspeisetarif wieder angehoben würde. Da der PV-Zubau zum Jahresende 2016 dann aber doch noch anzog, bleibt die Einspeisevergütung für PV-Anlagen bis 750 Kilowatt Leistung vorerst auf dem Niveau von September 2015 (Stand: März 2017).

Hier finden Sie die Vergütungssätze im EEG 2017 (Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft).

EEG-Umlage für selbst verbrauchten Solarstrom

Seit dem 1. August 2014 gilt: Für Photovoltaik-Anlagen über 10 Kilowatt Leistung bzw. den Eigenverbrauch über der Schwelle von 10 MWh/a (= 10.000 kWh/a) muss für den selbst verbrauchten Solarstrom eine anteilige EEG-Umlage gezahlt werden. Die Umlage wurde stufenweise erhöht. Seit dem 1. Januar 2017 sind 40 Prozent der jeweiligen EEG-Umlage zu entrichten.

Eine Ausnahmeregelung gilt für Anlagen, die unter die so genannte Bagatellgrenze fallen. Als solche gelten Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung bis 10 Kilowatt bzw. die ersten 10 Megawattstunden* Eigenverbrauch im Jahr (MWh/a). Sie sind von der EEG-Umlage befreit.
(* 1 MWh = 1.000 kWh)

Erfreulich für die Errichter von Kleinstanlagen bis 10 Kilowatt Leistung ist, dass die Bagatellgrenze auch im EEG 2017 weiterhin gilt.

Trotzdem sollte überlegt werden, ob eine größere Photovoltaik-Anlage nicht doch sinnvoll sein könnte – selbst wenn die anteilige EEG-Umlage zu entrichten ist. Eine Solarstromanlage mit mehr als 10 Kilowatt Leistung auf einem Ein- oder Zweifamilienhaus kann sich zum Beispiel dann anbieten, wenn die Anschaffung eines Elektroautos geplant ist. Zwar fällt dann die EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent je Kilowattstunde an. Allerdings spart der Hausbesitzer mehr ein, da er weniger Strom beim Energieversorger einkaufen muss. Mit einem Solarstromspeicher lässt sich der Eigenverbrauch noch erhöhen, mit einem vernetzten Batteriespeicher können sogar 100 Prozent des Strombedarfs mit Photovoltaik gedeckt werden.

Tipp: Ein guter Anlagenplaner wird immer Pläne und Vorhaben des Kunden in seine Anlagenplanung einbeziehen und die PV-Anlage mit dem entsprechenden Speichersystem nicht nur für den Status quo dimensionieren.

Des Weiteren sieht das EEG 2017 Bestandsschutz für schon installierte Anlagen vor. Ihre Besitzer brauchen nicht um ihre auf 20 Jahre festgelegte Einspeisevergütung zu fürchten.
Erfreulich sind auch zwei weitere Mitteilungen der Bundesregierung von Anfang 2017:

Keine Ökosteuer auf PV-Eigenverbrauch

Mit Photovotaik sparen: die "Ökosteuer" ist vom TischIm Februar 2017 beschloss das Bundeskabinett, dass selbst erzeugter Solarstrom nicht besteuert werden soll. Damit ist die angedachte Stromsteuer für selbst erzeugten oder vor Ort verbrauchten Solarstrom – auch bekannt unter dem Namen „Ökosteuer“ – vom Tisch. Nach Stand von März 2017 soll er in nächster Zeit nicht mit Steuern oder Abgaben belastet werden.

Solarer Mieterstrom im Kommen

Ebenfalls Mitte Februar 2017 wurde bekannt, dass eine Gesetzesinitiative zum „solaren Mieterstrom“ eingeleitet werden soll. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Vor-Ort- und Quartiersversorgung von Mietern mit Solarstrom gezielt zu fördern.

Derzeit werden solare Mieterstromangebote – anders als selbst genutzter Solarstrom im Eigenheim – noch mit der vollen EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent belastet (Stand: März 2017). Dies wurde von Vertretern der Bundesländer, von Mieter- und Verbraucherschützern sowie der Wohnungswirtschaft kritisiert. Mit der nun geplanten Förderung könnte solarer Strom in Mietshäusern preislich attraktiver werden, so dass auch Mieter von der Solarstromerzeugung profitieren und die Photovoltaik in Städten mehr Verbreitung findet.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) hat einen kostenlosen Leitfaden zum Thema Mieterstrom veröffentlicht. Auf rund siebzig Seiten stellt der Branchenverband Beispiele für Geschäftsmodelle mit solarem Mieterstrom vor und beschreibt deren Besonderheiten. Der Leitfaden kann auf der Mieterstrom-Website www.sonneteilen.de kostenlos heruntergeladen werden. Auf dieser Website informiert der BSW-Solar auch über Mieterstrom-Förderprogramme in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Batteriespeicher weiter auf dem Vormarsch

Seit 2011 hat sich der Markt für Batteriespeicher kräftig entwickelt. Technisch ausgereifte Produkte sind verfügbar und ausgefeilte Konzepte, die Kunden den größtmöglichen Nutzen bieten, wurden entwickelt. So lassen sich mit einem herkömmlichen Speichersystem bis zu etwa 80 Prozent des auf dem Eigenheim produzierten Solarstroms selber nutzen. Eine Weiterentwicklung sind vernetzte Photovoltaik-Speicher. Bei diesem Konzept – wie der Caterva Sonne – sind zahlreiche Heimspeicher miteinander verbunden und vernetzt, so dass es möglich wird, 100 Prozent des selbst erzeugten Solarstroms selber zu nutzen.

Für die Anschaffung eines Solarstromspeichers gibt es viele gute Gründe:

  • Sie können mehr Solarstrom vom eigenen Dach selber nutzen.
  • Das verschafft Ihnen Unabhängigkeit vom Energieversorger und steigert Ihre Autarkie.
  • Sie können in den kommenden Jahrzehnten Einfluss auf Ihre Stromkosten nehmen.
  • Indem Sie mehr Solarstrom vor Ort selber nutzen, fließt weniger Strom in das öffentliche Netz. Dadurch werden Stromspitzen vermieden, wodurch das Netz geschont wird. Außerdem wird der Bedarf an Netzausbau reduziert.

Förderung für Photovoltaik Batteriespeicher

Um den Einsatz von Photovoltaik-Speichern voranzutreiben, hat die Bundesregierung 2013 ein Förderprogramm für stationäre Photovoltaik-Speicher aufgelegt. Abgewickelt wird es über die KfW-Bankengruppe. Bis Ende 2016 hat die KfW rund 25.400 Speicher gefördert.

Nach einem kurzzeitigen Förderstopp Ende 2016 wird die nun etwas modifizierte Förderung seit dem 1. Januar 2017 wieder gewährt. Das KfW-Programm „Erneuerbare Energien – Speicher (275)“ läuft noch bis zum 31.12.2018. Branchenverbände wie der BSW-Solar raten aber dazu, möglichst bald einen Antrag zu stellen, da die Förderung stufenweise reduziert wird und es sein könnte, dass die Mittel beizeiten wieder erschöpft sind, so wie es Ende 2016 schon einmal der Fall war.

Das KfW-Programm 275 gilt sowohl für stationäre solare Speicher, die mit neuen Photovoltaikanlagen kombiniert werden, als auch für die Nachrüstung eines Speichers bei bestehenden PV-Anlagen, die nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommen wurden.

Bei der Nachrüstung müssen zwischen der Inbetriebnahme der PV-Anlage und dem Speicher mindestens sechs Monate liegen.

Die Förderung besteht aus zwei Teilen:

  • einem zinsgünstigen Kredit, mit dem sich bis zu 100 Prozent der förderfähigen Anschaffungskosten finanzieren lassen
  • einem Tilgungszuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Der Tilgungszuschuss wird nur für das Speichersystem gewährt, nicht für die PV-Anlage. Er sinkt in halbjährlichen Abständen:
    • In der ersten Jahreshälfte 2017 beträgt der Tilgungszuschuss 19 Prozent der förderfähigen Kosten,
    • am 1. Juli 2017 sinkt er auf 16 Prozent.
    • Vom 1.1.2018 bis 30.06.2018 liegt er dann bei 13 Prozent,
    • im letzten Halbjahr des Programmzeitraums sinkt er auf 10 Prozent der förderfähigen Kosten.

Die Absenkung des Zuschusses soll die sinkenden Kosten für Solarstromspeicher widerspiegeln.

An den Erhalt der Förderung sind Voraussetzungen gekoppelt. Die genauen Kriterien sind in dem KfW-Programm 275 nachzulesen, hier die wichtigsten:

  • Die PV-Anlage darf maximal 30 Kilowatt Leistung haben
  • Der Antrag muss vor der Anschaffung des Speichers und vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
  • Die Einspeiseleistung der PV-Anlage muss auf 50 Prozent reduziert werden. Der Rest muss selbst verbraucht werden.
  • Der Hersteller des Batteriespeichers muss eine Zeitwertgarantie von mindestens zehn Jahren gewähren.

Förderprogramme der Länder

Einige Bundesländer wie Sachsen und das Saarland hatten bereits eigene Förderprogramme für PV-Speicher aufgelegt, die aber schon wieder beendet sind. Im Herbst 2016 hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ein Förderprogramm für Stromspeicher, die an PV-Anlagen mit einer Leistung über 30 Kilowatt angeschlossen werden, ins Leben gerufen. Anlagen in diesen Größenordnungen sind vor allem für Gewerbebetriebe interessant. Bezuschusst werden 50 Prozent der Investitionskosten, die maximale Förderhöhe liegt bei 75.000 Euro je Speicher.

Informationen zu den Förderprogrammen in Nordrhein-Westfalen (PDF-Datei; Quelle: Energie-Agentur NRW)

Tipp: Hausbesitzer sollten sich informieren, ob es in ihrem Bundesland noch ein eigenes Förderprogramm für Energiespeicher gibt.

Der Bundesverband Solarwirtschaft bietet auf der Website www.die-sonne-speichern.de umfangreiche Informationen zu Batteriespeichern und Fördermöglichkeiten.


Photovoltaik-Markt stabilisiert sich

Mit der EEG-Novelle, die am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, verfolgt der Gesetzgeber zwei Ziele: Er will den Zubau an regenerativen Anlagen steuern und die Kosten für die regenerative Stromerzeugung begrenzen. Nachdem der Photovoltaik-Zubau ab 2010 in die Höhe schoss, beschloss die Bundesregierung, das Marktwachstum zu bremsen.

Im Jahr 2010 wurden PV-Anlagen mit 7,4 Gigawatt (GW) PV-Leistung installiert, 2011 waren es 7,5 GW Neuinstallationen. 2012 war mit 7,6 neu installierter Photovoltaik-Leistung das Rekordjahr. Die Kürzung der Einspeisevergütung im EEG 2012 war der erste Schritt. Der Zubau sank deutlich: auf 3,3 Gigawatt PV-Leistung im Jahr 2013 bis auf 1,52 im Jahr 2016. Seit dem EEG 2012 gilt auch, dass Solarstrom bevorzugt für den Eigenverbrauch erzeugt und vor Ort genutzt werden soll.

Inbetriebnahme 2016: 51.900 Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 1,52 Gigawatt

Im Jahr 2016 wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur rund 51.900 Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 1,52 Gigawatt in Betrieb genommen. Die Talsohle der heimischen Solarbranche sei damit durchschritten, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft zufrieden mit. Denn im Vorjahr 2015 waren 51.000 Anlagen mit insgesamt 1,46 Gigawatt Leistung neu installiert worden. Nach drei Jahren des Rückgangs ist der Markt also wieder gewachsen, wenn auch nur geringfügig.

Aufgrund der sinkenden Preise von Photovoltaikanlagen und Batterie-Speichersystemen sowie der steigenden Strompreise gehen Branchenvertreter von einem weiteren Marktwachstum in Deutschland aus.

Gesamt bis Ende 2016: 1,58 Millionen Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 42,2 Gigawatt

Nach Schätzungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft waren bis Ende 2016 rund 1,58 Millionen Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 42,2 Gigawatt in Deutschland am Netz. Sie können rund 6,5 Prozent des Bruttostromverbrauchs in der Bundesrepublik decken. Der BSW geht davon aus, dass im Jahr 2020 acht bis zehn Prozent des Strombedarfs mit Solarstrom gedeckt werden.

Weiterhin waren nach Schätzungen des BSW-Solar Ende 2016 rund 52.000 Batteriespeicher zusammen mit PV-Anlagen installiert. Annähernd jede zweite neue Solarstromanlage wird nach Angaben des BSW bereits zusammen mit einem Stromspeicher montiert. Dank sinkender Preise wird auch eine Nachrüstung bei bestehenden Solarstromanlagen immer wirtschaftlicher, so der Branchenverband.

Großer Ansturm auf Batteriespeicher

Im Vergleich zu den Solarstromanlagen wirkt die Zahl der installierten Speicher derzeit noch klein. Das liegt aber daran, dass Solarstromspeicher erst seit dem Jahr 2011 verstärkt entwickelt und eingesetzt werden, während das EEG schon seit dem Jahr 2000 und vor allem seit Inkrafttreten des Photovoltaik-Vorschaltgesetzes im Jahr 2004 den Bau von Photovoltaikanlagen vorantrieb. Spätestens wenn die ersten PV-Anlagen aus der Einspeisevergütung fallen – 20 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme –, wird ein großer Ansturm auf Batteriespeicher erwartet. Denn dann gilt es, den selbst erzeugten Strom ohne Einspeisevergütung bestmöglich zu nutzen.


Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017

Ähnliche Beiträge

  • Seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2017 wird der Zubau von Solar-, Windenergie- und Bioenergieanlagen ab gewissen Größenordnungen per EEG-Ausschreibungen gesteuert.

    Zubausteuerung durch EEG-Ausschreibungen

    EEG-Novelle 2017 Mit dieser Novelle will die Bundesregierung den Zubau von regenerativen Anlagen steuern und so die Kosten für die Energiewende begrenzen bzw. ebenfalls steuern. Wichtigstes Instrument sind dabei die...
  • Kriterien für eine Photovoltaikanlage

    Kriterien für eine Photovoltaikanlage

    Die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage ist gefallen, jetzt gilt es, den richtigen Installateur zu finden. Firmennamen findet man im Branchenbuch, im Internet oder durch eine Empfehlung von Freunden und Kollegen,...
  • Wichtig für die Energiewende: das grüne Energie Haus

    Erfolgreiche Energiewende mit zellularem Ansatz

    Intelligente Strukturen fördern die erfolgreiche Energiewende Wenn von erfolgreicher Energiewende die Rede ist, denken die meisten an den Ausstieg aus der Kernenergie und an die Ablösung der herkömmlichen fossilen Energiequellen...
  • Einspeisungsvergütung

    Solarstrom – Eignet sich mein Eigenheim?

    Das Hausdach bietet sich als Installationsort für eine Photovoltaikanlage an. Deshalb sollte als erstes überprüft werden, ob sich die Ausrichtung und Neigung des Daches für die Erzeugung von Solarstrom eignen....

Bitte senden Sie uns Ihren Kommentar hier

Photovotaik-Rechner
Mit dem richtigen Speicher lohnt sich Photovoltaik wieder. ... (Klicken Sie auf das Bild um Ihren Vorteil auszurechnen.)

Wie hilft die Caterva-Sonne?