Energiewende Stromspeicher

Mit dem Hauskraftwerk Geld verdienen: Regelleistung

KfW-Förderprogramme und Regelleistung

Vernetzte Stromspeicher für Regelleistung

Frequenzregelung mit dem Hauskraftwerk/Stromspeicher ist ein Zauberwort. Rettet das Hauskraftwerk die Energiewende und sorgt für ein stabiles Netz? Im Prinzip ja! Erneuerbare Energie kann tatsächlich zur Netzstabilität beitragen. Dabei läßt sich sogar für die Besitzer von Hauskraftwerken Geld verdienen, bzw. beschleunigt sich die Amortisation der eigenen Energiewende-Technik. Wie das geht, zeigt diese Sendung.

Gäste: Markus Brehler, Geschäftsführer Caterva GmbH

Dr. Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer E3/DC

 TRANSKRIPT DES GESPROCHENEN WORTES:*

Frank Farenski: Herzlich willkommen bei Autark dem E3/DC Magazin, live von der Intersolar 2017 in München und wir sind zu Gast bei E3/ DC, dem Hersteller der Hauskraftwerke. Die Energiewende ist ein Thema, meine Damen und Herren, die sich wirklich breit entwickelt. Es tauchen plötzlich Ideen, technische Konzepte auf, von dem man eigentlich vor fünf Jahren, als Laie sage ich mal zumindest noch nicht richtig etwas geahnt hat.

Dass man im Regelenergiemarkt mit einem Stromspeicher / Hauskraftwerk, vielleicht sogar Geld verdienen kann oder dieses Gerät stärker und schneller zur Amortisation bringt, das haben wir uns noch nicht so gedacht. Aber es funktioniert. Vielleicht kennen Sie noch die Argumente der Gegner der Energiewende, die sagen, oh erneuerbarer Strom ist Zappelstrom, ist volatil, das bringt alles nichts. Wir sind jetzt schon ein Stück weiter und das ist auch total faszinierend, dass Energiewende Strom tatsächlich zur Netzstabilität beitragen kann.

Wir haben zwei Superexperten hier, die ich begrüßen möchte und wir wollen Ihnen kurz das Konzept hier vorstellen, zunächst natürlich den Hausherrn Dr. Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer von E3/DC. Herzlich willkommen Herr Dr. Piepenbrink. Und ich grüße von Caterva Herrn Markus Brehler, den Chef, herzlich willkommen, guten Tag, auf der Bühne, Hallo.

So ja also, Herr Brehler an Sie die erste Frage. Wie ich es gesagt habe – oh Sie haben eine Holzbrille, ist das richtig? Sehr nachhaltig, okay. Steht mir nicht, aber habe ich auch schon aufgehabt. Ist das wirklich, das ist total irre, worüber wir jetzt reden, nicht. Energiewende Strom stabilisiert das Stromnetz, ist das wahr, kann das sein?

völlige Unabhängigkeit - auch durch RegelleistungEnergiewende 4.0

 

Markus Brehler: Das ist die neue Welt. Energiewende 4.0 heißt aus jedem Wohnhaus wird ein Kraftwerk und Kraftwerk heißt eben nicht mehr Zappelstrom, sondern Kraftwerk heißt Fahrplan abfahren, Regelleistung, Systemdienstleistung.

Frank Farenski: Aus jedem Haus wird ein Kraftwerk, Dr. Piepenbrink hat Sie gezwungen, das zu sagen, mit seinem Hauskraftwerk, nicht?

Dr.Piepenbrink: Wir haben uns nicht abgestimmt.

Frank Farenski: Aber es ist wirklich so, ich glaube, wir haben viele Stromspeicher – die hier (auf der Messe) aufgehängt werden, die Ihnen gezeigt werden – man muss noch mal sagen, Sie haben immer den Begriff Hauskraftwerk gebracht und ich habe immer gedacht, oh das ist eine total schlechte Idee, weil alle reden von Stromspeichern und in der Tat ist es so, es gibt wirklich einen Unterschied zwischen Hauskraftwerken und Stromspeichern?

Dr. Piepenbrink: Ja das Wort Kraftwerk ist ja relativ einfach definiert. Ein Kraftwerk hat zwei Funktionen, es muss Spannung machen und nicht nur Strom, das heißt, es muss ein Netz bilden und es muss auch eine Frequenz regeln. Und die Frequenz regelt es in dem es den Strom entsprechend zurücknimmt oder erhöht und genau das machen Kraftwerke und das machen auch unsere Hauskraftwerke zukünftig dann mit Hilfe von Caterva auch im Primärleistungsmarkt.

Das heißt, in Ihren Hausanschluss regelt dann Ihr Hauskraftwerk auch die Frequenz, denn es heißt, es regelt nicht die Frequenz, es misst die Frequenz und wie ein Kohlekraftwerk, wenn das Netz entlastet ist, dann gibt es ab und wenn das Netz belastet ist, nimmt auf. Da kann man schon sagen, dann ist das Kohlekraftwerk, sind dann viel kleine Einfamilienhäuser irgendwann.

Frank Farenski: Ja also wir haben ja für die Zuschauer, die zu Hause im Lifestream gucken, die nicht so die Experten wie Sie hier sind auf der Intersolar, deshalb möchte ich eine Grundsatzfrage stellen. Herr Brehler, bei der Frage kommen Sie natürlich sehr schnell und schwer in Schlingern, was ist Primärregelleistung eigentlich?

Regelleistung als Systemdienstleistung

Markus Brehler: Primärregelleistung ist eine sogenannte Systemdienstleistung, das ist der sekündliche Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage im Strommarkt. Das heißt, der Strommarkt wird in Viertelstunden beplant für den nächsten Tag, wie viel Strom wird verbraucht in jedem Gebiet, wie viel Strom wird erzeugt. Wenn dann der Tag läuft, dann stellt man fest die Realität ist halt nicht so, weil Sie haben ja nicht geplant, wann zum Beispiel hier in der Halle das Licht ausgeschaltet wird. Und in dem Moment, wo das Licht in der Halle ausgeschaltet wird, muss ein Kraftwerk reagieren.

Tandem fahren ist vergleichbar

Das ist so, wie wenn Sie mit einem Tandem fahren, das keinen Freilauf hat und das immer die gleiche Geschwindigkeit haben soll, das ist hier die Netzfrequenz von 50 Hertz. Und wenn Sie immer die gleiche Geschwindigkeit fahren wollen, es geht mal bergauf, mal bergab, dann müssen Sie eben langsamer treten, rückwärtstreten, dagegenhalten, schneller treten, der eine mehr, der andere weniger. Und diesen Ausgleich, den schafft die Primärregelleistung.


Frank Farenski: Das haben Sie jetzt schön erklärt mit dem Berg, weil Sie gesagt haben, anders versteht der Farenski nicht. Ich muss dann wirklich sagen, würden Sie das Mikro näher ein bisschen zum Mund nehmen. Wir haben ja da eine kleine Folie vorbereitet, können wir uns die mal angucken, genau, das ist das, was Sie meinten, nicht, das sozusagen, dass das ausreguliert wird?

Markus Brehler: Ja so etwa.

Frank Farenski: Finden Sie die Grafik schön, interessiert Sie das, so zwei gleichbleibende Kurven, sieht ein bisschen langweilig aus, oder? Ich habe die aus dem Internet rausgeholt und habe gedacht, ohhhhhh.  Also da ist das Netz gut ausreguliert, was sieht man da, Herr Piepenbrink?

Dr. Piepenbrink: Jetzt warten wir doch erst mal, was der wirkliche Experte dazu sagt, bevor ich das kommentiere.

Frank Farenski: Herr Brehler genau. Welche Antwort soll ich einloggen?

Markus Brehler: Ah – jetzt verstehe ich es, ich musste erst da unten die blaue Legende anschauen.

Frank Farenski: Okay.

Wärmepumpenheizung - RegelleistungRegelleistung wird gebraucht, wenn die Netzfrequenz schwankt

 

Markus Brehler: Also die Netzfrequenz ist höher als 50 Hertz, 50,00 ist das Ziel, weil Beispiel das Netz überversorgt ist. Also es haben zum Beispiel viele Leute das Licht ausgeschaltet, dann ist die Last an Generator geringer geworden, der dreht sich schneller und schneller drehen, heißt das höhere Netzfrequenz. Also brauche ich eine Regelleistung, das ist jetzt die rote Kurve, die Vorzeichen sind so definiert, dass die Kurven auseinanderfallen. Ich habe jetzt da also ein Megawatt minus 1.000, nein ein Gigawatt knapp minus 1.000 Megawatt Regelleistung, das heißt, ich nehme Leistung aus dem Netz heraus, auf einen Heimspeicher bezogen, auf ein Hauskraftwerk bezogen heißt das, wir laden den Speicher in diesem Moment kostenlos auf.

Frank Farenski: Das erklären Sie super.

Dr. Piepenbrink: Kostenlos.

Frank Farenski: Ich brauche Piepenbrink gar nicht mehr auf der Bühne, ich sage Ihnen mal, wann ich Sendung mit Piepenbrink machen wollte, dass Sie dann kommen und so weiter, ja.

Markus Brehler: Wir stimmen noch die Honorare ab.

Frank Farenski: Da ist E3/DC, so als Erstes jetzt, jetzt kommt der entsprechende Punkt „kostenlos“  ist das Stichwort. Und jetzt passiert Folgendes, Sie haben zu Hause ein Hauskraftwerk und dieses Hauskraftwerk, Herr Piepenbrink baue ich sozusagen…

Dr. Piepenbrink: Ist nicht kostenlos.

Frank Farenski: Das ist nicht kostenlos. Auf der Messe gibt es einen 95% Rabatt, steht hier auf dem Zettel. Ach nee, ich habe mich verlesen. Also das heißt, ich kann mit einem Hauskraftwerk mich in die Primärregelleistung mit integrieren.

Dr. Piepenbrink: Ja, ich kann mich da rein qualifizieren, wenn ich Teil eines Schwarms bin, der Primärregelleistungsmarkt kennt ja das Hauskraftwerk nicht, sondern Sie brauchen ja eine Mindestleistung, das heißt, ein Megawatt. Und solche Firmen wie Caterva sind ja als einzige deutsche mustergültige Firma präqualifiziert im Schwarm, andere reden darüber. Deshalb arbeiten wir auch mit Caterva zusammen. Und ja, innerhalb dieses Schwarms kann dann das Hauskraftwerk einen kleinen Beitrag leisten.

Frank Farenski: Okay, das heißt also, es passiert Folgendes: Man stellt sich dieses Hauskraftwerk hin und meldet dann das System zur Primärregelleistung an. Und das machen sozusagen Sie, Sie übernehmen das, die Steuerung und den ganzen Kram, die ganze Drecksarbeit?

Markus Brehler: Wir sind Dienstleister genau, wir machen die Arbeit, wir sind Dienstleister im Auftrag des Haushalts, das Gerät anzumelden zur Primärregelleistung, das Gerät dann auch als Betriebsführer zu steuern, dass es diese Primärregelleistung immer erbringt und auch die Abrechnung für den Haushalt zu erstellen.

Regelleistung von der Idee zur Umsetzung

 

Frank Farenski: Wann sind Sie auf die Idee gekommen, das zu machen, wie alt ist diese Idee eigentlich?

Markus Brehler: Die Idee hatten wir 2012, drei Gründer, wir haben das dann gemeinsam mit der Siemens AG entwickelt, 2013 die Firma gegründet und sind seit zwei Jahren jetzt mit dem ersten Megawatt präqualifiziert für Primärregelleistung in Deutschland und sind damit die Einzigen weltweit, die einen eigenen Schwarm haben, der das aus der Haushaltsebene, also aus der niedrigsten Spannungsebene heraus darf.

Dr. Piepenbrink: Jetzt müssen Sie ihn noch fragen, wie er das macht?

Frank Farenski: Wie machen Sie das?

Dr. Piepenbrink: Durch Arbeit.

Frank Farenski: Oh, weltweit einziger …

Markus Brehler: Und Leistung, wir brauchen Leistung, Zeit und das ist Arbeit.

Frank Farenski: Das haben Sie mir nicht gesagt, dass er der einzige Anbieter ist, jetzt muss ich noch freundlicher werden.

Umweltfreundlichkeit durch RegelleistungKohlekraftwerke, Gaskraftwerke und Kernkraftwerke

 

Markus Brehler: Der einzige Anbieter, der das aus einem Schwarm aus dem Haushalt kann, weil heute wird diese Systemdienstleistung im Wesentlichen von Kohlekraftwerken, Gaskraftwerken und Kernkraftwerken erbracht. Aber die haben wir ja in ein paar Jahren nicht mehr.

Frank Farenski: Da sagen Sie schön. Darauf hoffen wir. Ja, also jetzt habe ich sozusagen Sie an Bord, ich habe Sie an Bord. So was passiert dann, wenn ich mein Gerät angemeldet habe, das Gerät ist sozusagen integriert, Caterva hat alles richtig gemacht, die Bundesregierung hat es bis dahin noch nicht verboten. Was passiert mit meinem Stromspeicher dann, dann wird auch mein Stromspeicher auf mein Hauskraftwerk wird einfach sozusagen Energie raufgetankt.

Dr. Piepenbrink: Wir erklären es mal einfach, also erstens Mal in der Regelleistung geht es nicht um Kapazität primär, sondern um die Leistung. Das heißt, die Frequenzabweichung wird durch Leistung kompensiert, das heißt, Sie kriegen dafür Geld, je höher die präqualifizierte Leistung ist und für die Inanspruchnahme. Und jetzt haben wir ja einen Solarstromspeicher, der 70 Prozent unabhängig macht, in dem er den Dachstrom zwischenspeichert und dann an den Haushalt abgibt. Und dieser Speicher, da gibt es ein sogenanntes Doppelnutzungsverfahren, das Messkonzept ist auch vom BDEW abgesegnet. Und über dieses Doppelnutzungsverfahren kommt jetzt noch der Teil der Primärregelleistung dazu, wo man vielleicht auf 90 Prozent oder mehr kommt und die Mechanismen, wie man mehr Eigenstrom bekommt, haben wir ja in Folien schön zusammengefasst, das geht mit der Totband Regelung und mit der Überdimensionierung.

Frank Farenski: Herr Brehler, sehen Sie mein Problem, wie kompliziert er mir das immer erklärt, können Sie noch mal so ein Beispiel mit Fahrrädern und so bringen?

Zwei Energiekreisläufe

Markus Brehler: Sie können sich das vorstellen als zwei Kreisläufe, Sie haben einen Kreislauf von der PV-Anlage über den Speicher zu ihrem Haus, das ist der Eigenverbrauch, Eigendeckungskreislauf und Sie haben einen zweiten Kreislauf, die sich in demselben Speicher treffen, der kommt von draußen. Der nimmt Leistung aus dem Netz auf und gibt die gleiche Leistung auch wieder an das Netz ab, den die Primärregelleistung ist über das Jahr hinweg neutral ausgeglichen. So und um das immer wieder auf einem vernünftigen Ladestand zu halten, weil die Netzfrequenz kann in beide Richtungen schwanken, machen wir zusätzlich noch Börsengeschäfte in diesem zweiten Kreislauf. Und die zwei Kreisläufe sind lose gekoppelt und das ergibt dann den Sinn, beschriebenen Synergieeffekt für den Haushalt.

Frank Farenski: Ja Herr Piepenbrink, warum nicht gleich so? Warum quälen Sie mich solchen Fachgeschichten hier?

Markus Brehler: Das sind halt die Promovierten, die sehen alles komplizierter.

Dr. Piepenbrink: Ich glaube, das mit den Kreisläufen haben Sie gar nicht verstanden?

Kosten eines WechselrichtersEinnahmen durch Regelleistung

 

Frank Farenski: Er kennt mich ja auch wieder gut, ja weil ich schon so, weil ich schon so gucke. So okay, also jetzt ist die Frage, jetzt gehen wir auf Verbraucher, auf Farenski Verbraucherniveau runter. So, also ich haben den komplizierten Kram da jetzt erledigt, das gleicht mit aus, was habe ich denn jetzt als Besitzer des Hauskraftwerks davon, wenn ich am Primärregelleistungsmarkt teilnehme, kriege ich dafür Geld?

Dr. Piepenbrink: Ja das haben wir ja gestern schön erklärt, erstmal hat der Kunde natürlich im Vergleich zu einem Solarstromspeicher schon eine etwas höhere Investition, weil er braucht ja mehr Leistung und mehr Speicher und auch sozusagen IT-kritische Kommunikationshardware. Das heißt, die Mehrkosten müssen sich ja amortisieren und die amortisieren sich halt durch mehr Eigenstrom und durch eine Prämie oder durch Freistrommodelle, das kommt ganz drauf an, welches Vertriebsmodell dass wir da machen. Wir in E3/ DC wollen ja keinen kostenlosen Strom, keinen Freistrom, keine Stromverträge. Wir wollen Unabhängigkeit verkaufen, daher wird unser Marketing sein, entscheide dich zwischen 70 und 90 Prozent und übernimm Verantwortung als Unternehmer an der Strombörse. Das heißt, wir werden den Leuten nichts als die Wahrheit verkaufen. Und dann kann der Kunde wählen, er kann wählen, ja 5er oder 7er BMW und wie viel PS und was er gerne möchte. Und kostenlosen Strom, den gibt es nur beim Wettbewerb.

Markus Brehler: Herr Brehler, ich muss es noch mal mit Ihnen probieren. War wieder so kompliziert, Herr Piepenbrink. War wieder so kompliziert. Wer soll denn das verstehen?

Dr. Piepenbrink: Naja, Albert Einstein hat ja mal gesagt, man soll es nicht so einfach machen, dass es dann falsch wird.

Markus Brehler: Schauen Sie, Sie sind Ingenieur, ich bin Politikwissenschaftler, Sie müssen mit mir anders reden.

Dr. Piepenbrink: Herr Farenski, die Regelleistungsteilnahme, ja?

Frank Farenski: Ja, ja okay, ich versuche es mal zu …

Dr. Piepenbrink: Bringt dem Kunden mehr Unabhängigkeit.

Frank Farenski: Ja so will ich das hören. Das ist was Politisches.

Eine finanzielle Vergütung, abhängig vom mittleren Leistungspreis pro Jahr

 

Dr. Piepenbrink: Und die Übertragungsnetzbetreiber mit ihren Vergütungsmechanismen und dem Betriebsführer Caterva und dem Hauskraftwerkshersteller E3/DC sorgen dafür, dass der Kunde noch eine finanzielle Vergütung, abhängig vom mittleren Leistungspreis pro Jahr erhält. Und das führt dazu, dass er seine Investitionskosten vielleicht in acht bis zehn Jahren wieder drinnen hat.

Frank Farenski: Das war mir jetzt ein Tacken zu simpel.

Dr. Piepenbrink: Und danach verdient er richtig Geld.

Frank Farenski: Das war jetzt Sendung mit der Maus. So unkompliziert brauchen Sie es für mich nicht zu machen.

Dr. Piepenbrink: Aber Sie wissen ja, Geld verdienen, da sind wir nicht so die Experten.

Frank Farenski: Nein, da bin ich nicht der Richtige, okay.

Dr. Piepenbrink: Wir wollen nur Leute glücklich machen.

Frank Farenski: Also Herr Brehler, um kurz zu sagen, ich stelle mein Gerät den Regelenergiemarkt mit zur Verfügung, ich stabilisiere das Netz damit und damit bekomme ich sozusagen auch eine gewisse Vergütung dafür, dass ich das gemacht habe?

Markus Brehler: Genauso ist es. Das Gerät geht in eine höhere Auslastung, weil es rund um die Uhr an den Märkten vermarktet ist gegen Geld und aus diesem Geldstrom partizipiert wiederum der Hauseigentümer.

Frank Farenski: Und das trägt, das ist aber jetzt nicht so viel, wie viel bekommt man denn da?

Solarstromanlagen Komponenten150 – 160 Euro pro Kilowatt an Leistung

 

Markus Brehler: Das hängt jetzt davon ab, wie groß der Speicher ist, das ist wieder so eine Frage nach Preisen, die schwierig ist. Also der mittlere Preis am Markt für Regelleistung war etwa 150/160 Euro pro Kilowatt an Leistung, die ich vermarkten kann, im Mittel der letzten 15 Jahre.

Dr. Piepenbrink: Sie müssen jetzt sagen, das ist ja Wahnsinn?

Frank Farenski: Das ist ja Wahnsinn.

Markus Brehler: Das ist eine Menge Geld, so davon gehen …

Frank Farenski: Pro Kilowatt?

Markus Brehler: … pro Kilowatt Leistung.

Dr. Piepenbrink: Deshalb sind die Konzerne so reich und jetzt können Sie sich mal vorstellen, ja, wenn Sie jetzt so einen Konzern haben, ein großer Regelenergieteilnehmer sind, dann mögen Sie mögen die Kleinen nicht.

Frank Farenski: Klar, weil die wollen an dieser, das ist so, wie der Käse der liegt, und dann kommt der Brehler und fängt an daraus zu knabbern, ja. Sollen wir ihm eine kugelsichere Weste hier auf der Bühne anlegen? Okay, also das heißt, man bekommt etwas dafür, jetzt werden wir kompliziert, weil ich habe eine Grafik hier mit zur Leistungsabgabe im Netz. Die können wir uns mal kurz angucken. Herr Piepenbrink, Sie haben die ja schon gesehen, was passiert hier?

50 Hertz ist die europaweit einheitliche Netzfrequenz

 

Dr. Piepenbrink: Ja man sieht hier den Vergütungsmechanismus, also bei 50 Hertz der europaweit einheitlichen Netzfrequenz, wo auch überregional und über die Landesgrenzen hinweg, alle den gleichen Mechanismus befolgen, sieht man halt, wenn die Frequenz steigt, dann sind die Kraftwerke überlastet. Das heißt, dann muss so ein Kraftwerk Strom aufnehmen, negative Regelleistung Batterien laden, sieht man hier. Bei der Kurve ist es so bei 0,2 Hertz mehr als 50 Hertz wäre man bei 100 Prozent präqualifizierter Leistungsaufnahme und das macht das Kraftwerk automatisch. Dazu braucht es auch keine Anweisung mehr, weil das tut es einfach, weil es die Frequenz selber an Ihrem Hausanschlusspunkt misst. Überall in Europa und nach oben genauso, wenn das Netz unter ausgelastet ist, also wenn Ihre geliebten Kohlekraftwerke nicht genug Strom abgeben, dann müssen wir das tun.

Frank Farenski: Ja, dass was Sie sagen, haben wir da einen Ticken genauer hier, da ist das immer mit der Lupe ausgewiesen, da kann man glaube ich, das genau sehen.

Dr. Piepenbrink: Ja hier sieht man diese, hier sieht man das Totband, das heißt im Totband ist ja ein Toleranzeffekt, den kann man dazu nutzen kostenlosen Strom, wenn das Netz in Ordnung ist, zu kriegen. Sind aber alles Betriebsgeheimnisse, da lasse ich jetzt lieber mal …

Frank Farenski: Ja dafür sind wir ja hier, die auszuplaudern. Herr Brehler, neben der Vergütung hat man sozusagen auch noch, geht zwar um Leistung, aber auf der anderen Seite kann man Glück haben und bekommt man noch ein paar Kilowattstunden umsonst, die man selber verbrauchen kann?

Markus Brehler: Es gibt eine Synergie aus diesen, ich sagte ja vorher zwei Kreisläufe und die lose gekoppelt sind und da gibt es in der Mitte einen Bereich, wo noch mal positive Effekte entstehen, beispielsweise aus dem größeren Speicher, den man ja dann hat, und aus dem gemeinsamen Betrieb. Aber am Schluss bleibt klar, Eigenverbrauch ist der Strom, der von der eigenen PV-Anlage kommt, zwischengespeichert wird und dann wieder in das Haus fließt. Es darf nicht Strom, der von außen gekommen ist, additiv kostenlos verbraucht werden, das entspricht nicht der Regulierung.

Frank Farenski: Ja.

PV-Stromspeicher mit der eigenen Sonne zuhause85 % Autarkie mit der Caterva-Sonne

 

Markus Brehler: Aber es gibt aus dem gemeinsamen Betrieb positive Effekte, die dazu führen, dass auch, weil der Speicher dann ja größer ist, dass der Eigendeckungsgrad deutlich ansteigt. Die Kunden, die wir bisher mit unserem Speicher der Caterva Sonne versorgen, die kommen im Mittel auf 85 Prozent Autarkie.

Frank Farenski: Ah, 85 Prozent Autarkie, ja das müssen Sie jetzt noch kurz erklären. Können Sie die beiden richtig hören da hinten, ist der Ton verständlich von den beiden? Ja okay. Sonst müssen wir die noch ein bisschen lauter drehen, Bildregie.

Dr. Piepenbrink: Die verstehen das.

Frank Farenski: Akustisch habe ich gesagt, akustisch, nicht inhaltlich. Ich kann, wenn ich jetzt Ihnen eine Frage stelle, bitte alle den Kopf schütteln. Verstehen Sie die inhaltlich? Nein – alle schütteln den Kopf. So, jetzt noch mal bei der ganzen Geschichte anzuknüpfen, wer steuert denn dann eigentlich meinen Speicher, wenn ich den dafür zur Verfügung stelle, gibt es da, sitzt der Herr Brehler drinnen?

Dr. Piepenbrink: Ein Algorithmus, ja ein Algorithmus klar.

Frank Farenski: Das passiert automatisch?

Markus Brehler: Da kommt ein kleiner Controller, ein kleines Steuergerät von uns in den Speicher hinein und der misst die Netzfrequenz und steuert diese Kurve, die wir vorher gesehen haben. Das geschieht alles vollautomatisch, wir überwachen die Systeme gemeinsam und stellen sicher, dass sie auch immer funktionstüchtig sind.

Brauchen wir noch Grundlastkraftwerke?

 

Frank Farenski: Ja, jetzt der Teil, bei dem die Bundesregierung zuhören sollte, die ja immer sagt, wir brauchen Kohlekraftwerke, wir brauchen Gaskraftwerke im Netz für die Netzstabilität. Wenn das wirklich Millionen von Hauskraftwerksbesitzer machen, brauchen wir dann noch Grundlastkraftwerke?

Markus Brehler: Nicht zu dieser Funktion, nicht zum Ausgleich, es bleibt natürlich die Frage, was geschieht in einer sogenannten Dunkelflaute, die mal so auf 14 Tage abgeschätzt wurde. Wo also weder der Wind bläst, noch die Sonne scheint im hinreichenden Maß, da braucht man eine Idee, da braucht man wahrscheinlich…

Frank Farenski: Power to Gas.

Markus Brehler: Power to Gas, Grundlastkraftwerke die aus erneuerbarem Strom, der zu anderen Zeiten im Überschuss da war, erzeugt wird und für den Ausgleich auf der Sekundenebene braucht man überhaupt keine rotierenden Kraftwerke mehr.

Frank Farenski: WAH – also das ist doch jetzt ganz interessant. Meine Damen und Herren, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, ja. Es wird immer gesagt, erneuerbare Energie, damit können wir die Netzstabilität nicht halten, es ist ein zentrales Argument zu sagen, wir brauchen Großkraftwerke, um das Netz stabil zu halten. Und jetzt sagen Sie, „Ätsch – brauchen wir gar nicht“.

Markus Brehler: Ja – ist Quatsch, aber sagen auch die ernsthaften Leute in Berlin nicht mehr.

Frank Farenski: Damit gehört Herr Brehler zu den Staatsfeinden, der sagt, die großen Kraftwerke brauchen wir nicht mehr, für die sozusagen die Politik gestrickt wird, ja. Müssen Sie genau gucken, haben Sie irgendwo auf den Bermudas noch einen zweiten Wohnsitz oder so, falls Sie flüchten müssen, also es kann sich immer …

Markus Brehler: Wir wählen ja eine neue Bundesregierung in Kürze.

Frank Farenski: Ja, das ist überhaupt an der ganzen Geschichte ja, ich meine, den Rest können wir auch mit Power to Gas machen oder wenn wir wirklich was regeln wollen, wie seiht es denn mit regenerativen Kombikraftwerken aus, die können wir doch auch dafür nehmen?

Markus Brehler: Ja klar, wir können, was meinen Sie jetzt konkret, also ich meine, PV-Anlage plus Speicher ist ja ein regeneratives Kombikraftwerk?

Frank Farenski: Ja, also wir können zum Beispiel Biomasse mit Biomasse, Windkraft und so weiter integrieren.

Markus Brehler: Auch eine Windmühle mit einem Speicher.

Frank Farenski: Also kann man das irgendwie schaffen.

Markus Brehler: Natürlich.

Frank Farenski: Dann funktioniert diese ganze Geschichte.

Photovoltaik-EigenverbrauchDas System der Zukunft

 

Markus Brehler: Das System der Zukunft wird ein verteiltes Energiesystem sein, wo alle verteilen Einheiten, also Hauskraftwerke, Biomassekraftwerke, Windräder über IT miteinander vernetzt sind und intelligent gesteuert werden, um ein stabiles Stromsystem zu haben.

Frank Farenski: So jetzt zwei Punkte haben wir noch, dass Erste ist, wenn wir hier über die Messe gehen, auf Messen wird viel erzählt und das, was Sie sagen, dass was Sie hier erklären, wird ganz oft überall angekündigt auch schon seit Jahren. Wenn man dann aber, für uns als Kunden und Nutzer ist es immer so, wenn Sie dann zugreifen wollen, dann steht dann so ab Mai 2028 oder so. Man muss jetzt einfach mal dazu sagen, ganz ehrlich Sie beiden sind eigentlich die Einzigen, die das können?

Markus Brehler: Ja Sie können das ganz einfach überprüfen, die Übertragungsnetzbetreiber, die diese Systemdienstleistungen einkaufen, haben eine Internet Plattform unter der Webpage www.regelleistung.net . Und da gibt es unten links, Liste der aktuellen Anbieter und dann können Sie schauen, welche Firmen in der Regel stehen da große Energieversorger und drei / vier kommunale Energieversorger und Caterva und welche Firmen dort nicht stehen. Und dann wissen Sie Bescheid, wer es kann und wer es nicht kann.

Frank Farenski: Also fast niemand? So jetzt die Frage, braucht man jetzt, Herr Piepenbrink ein spezielles Hauskraftwerk dafür oder können das alle Geräte bei Ihnen?

Dr. Piepenbrink: Ja da braucht man ein ganz spezielles Hauskraftwerk, das steht da oben, das ist die Professional-Serie. Weil wie der der Name schon sagt, Sie brauchen Leistung und Leistungsbatterien. Und wir haben ja nur Energiespeicher, das heißt, ja der Kunde braucht sozusagen einen Sportwagen.

Frank Farenski: Okay so, das ist die berühmte P-Serie, leider meine Damen und Herren, und jetzt kommen wir zum Wermutstropfen der Veranstaltung, die gibt es ja noch gar nicht?

Dr. Piepenbrink: Im Mai 2018 und den Termin werden wir auch unterschreiben.

Frank Farenski: Okay, also im nächsten Jahr, das heißt, ich stelle mir ein Gerät der P-Serie hin, das ist Hauskraftwerk plus Teilnahme am Regelenergiemarkt?

Dr. Piepenbrink: So sieht es aus,

Frank Farenski: So jetzt kommt die Frage, also wenn ich jetzt Hausbesitzer bin oder wenn ich Unternehmen bin und das Ganze mache, dann mache ich das doch, oder? Eigentlich können Sie die anderen Geräte nicht mehr verkaufen, weil jeder wird doch das machen wollen, zu sagen, komm hier, willst du mein Gerät, ein bisschen Frequenz. Die Frau Richter lacht, als Marketingleiterin hat sie es einfacher, gibt nur noch ein Gerät, die anderen werden abgeschafft. Da freut sie sich schon.

Dr. Piepenbrink: Da gibt es ja ein Problem, was man überwinden muss, das nennt sich Vertrieb.

Frank Farenski: Okay. Das macht Frau Schubert. Die erklärt das dem Mal.

Dr. Piepenbrink: Das macht der, der auf dem Sofa sitzt und dem Herrn Meier das verkauft.

Frank Farenski: Ja.

Dr. Piepenbrink: Der macht es.

Frank Farenski: Gut, aber noch mal gefragt…

Dr. Piepenbrink: Wenn die Installateure das verstehen und verkaufen und die Kunden das verstehen, dann funktioniert das.

Lohnt sich das Modell der Regelleistung?

 

Frank Farenski: Okay. Also da muss man ganz klar sagen, jeder der sozusagen die Möglichkeit hat Photovoltaik Anlage, Hauskraftwerk sich in Keller zu stellen, sollte die Option Regelenergieleistungsmarkt Teilnehmer zu werden. Finden Sie das sinnvoll oder sagen Sie, es lohnt sich nicht für alle?

Markus Brehler: Es lohnt sich für jeden.

Frank Farenski: Es lohnt sich für jeden.

Markus Brehler: Da gibt es keine Frage dahinter, das ist auch unabhängig vom eigenen Stromverbrauch, ist davon völlig entkoppelt. Es lohnt sich für jeden, der statt null Prozent auf dem Sparbuch lieber sein Geld verzinst wieder zurückhaben möchte.

Frank Farenski: Ja. Frage, letzte Frage, warum machen das eigentlich nicht alle Hersteller? Eigentlich müssten doch jetzt alle auf diesen Markt aufspringen?

Dr. Piepenbrink: Ja, es müssten ja auch alle dazu wirklich arbeiten und nicht nur an Finanzinvestoren berichten und Märchen erzählen. Weil, theoretisch müssten ja auch alle Autos so gut sein wie ein BMW. Aber amerikanische Autos sind zum Beispiel nicht so gut, aber werden auch verkauft. Ich meine das ist alles schwierig, wenn das alles so einfach wäre, es gibt nur eine Caterva und eine E3/DC und vielleicht gibt es in Zukunft auch 100.000 davon. Märchen kann man viel erzählen, man muss auch liefern und gerade bei dem Thema steht so viel in der Zeitung, ja. Ich möchte jetzt keine Wettbewerber verunglimpfen, aber die Namen werden immer größer, ja. Gestern Swisscom, heute IBM, morgen Shell, keine Ahnung.

Frank Farenski: Also Sie wollen sagen, es ist technisch nicht so trivial, dass man es einfach so machen kann?

Dr. Piepenbrink: Es ist total mühselig und total aufwendig und das Geschäft ist ja gerade für den Mittelstand, das ist ja die Frage, warum kann ich PV nicht im Media Markt kaufen, warum macht das nicht jeder und so weiter. Und warum braucht man überhaupt Installateure, warum braucht man überhaupt so komische Firmen wie, wie heißt diese Firma noch? E3/DC oder Caterva, warum braucht man das, weil die Energiewende nur vom Kleinen ins Große gebracht werden kann.

Frank Farenski: Ja.

Dr. Piepenbrink: So ein bisschen wie das Elektroauto, aber nicht ganz vergleichbar. Es ist halt aufwendig, schwierig. Und viele wollen das auch gar nicht, weil das ist das Gegenteil von einfach.

Frank Farenski: Aber das ist doch das was Sie da haben, ja Regelleistung, das regulieren zu können, das technisch zu haben, das ist doch wieder etwas, was Deutschland irgendwann in die Welt auch verkaufen könnte, oder?

Dr. Piepenbrink: Ist der Hammer, ist der Hammer.

Frank Farenski: Das ist doch etwas, wo ich sagen würde, das traue ich den Chinesen nicht so ohne Weiteres zu.

lineare LeistungsgarantieÜber 100 Mann Jahre Software Entwicklung für Regelleistung

 

Markus Brehler: Wir haben da über 100 Mann Jahre Software Entwicklung reingesteckt bisher. Das ist nicht so einfach nachzubauen. Da stecken diverse Schutzrechte dahinter, da steckt sehr, sehr viel Arbeit dahinter, wir brauchen auch ein professionelles gutes Gerät, wie die P-Serie von E3/DC, um das zum Laufen zu bekommen, weil das braucht leistungsfähige Geräte. Ein zwei Kilowatt Wechselrichter ist nicht in der Lage Regelleistung am Markt anzubieten. Wir brauchen leistungsfähige Geräte, komplexe Software und gutes Verständnis der Regulierung, gute Kontakte zu all den Beteiligten, die da drin sind. Die Übertragungsnetzbetreiber wollen natürlich zuverlässige Partner haben, die das auch so liefern, dass es sicher ist. Denn Regelleistung ist eine kritische Infrastruktur, wenn die Regelleistung nicht funktioniert – im Moment ist unser Anteil da noch relativ klein – aber wenn es im Großen, angenommen es haben wirklich Millionen Haushalte haben das in ihren Keller, dann muss das funktionieren. Wenn es nicht funktioniert, wird es in Europa dunkel und zwar deutlich länger als fünf Minuten. Und darum schauen diese Leute hin, mit wem Sie das machen.

Frank Farenski: Das heißt, wenn Sie jetzt nicht richtig konstruiert haben und Ihre Software nicht funktioniert, kriegt das Netz ein Problem.

Markus Brehler: So ist das, darum machen wir es richtig und darum dauert es eben auch ein bisschen.

Dr. Piepenbrink: Aber vielleicht noch mal, das Hauptproblem ist das sogenannte gute Preis-Leistungsverhältniss, das heißt, sehr teuer können das mehr Leute als relativ günstig.

Frank Farenski: Das glaube ich sofort.

Dr. Piepenbrink: Die Leute wollen ja auch was daran verdienen und deshalb ist es keine Kunst, ein extrem teures System irgendwie hinzubasteln, sondern die Kunst ist da, ich sage jetzt einmal ein Beispiel halt einen 4er BMW zu machen und nicht einen Lada.
Frank Farenski: Sie immer mit diesen BMWs. Wir brauchen diese BMWs gar nicht.

Dr. Piepenbrink: War ja nur ein Beispiel.

Frank Farenski: Das sagt er, weil wir hier in München sind, wenn wir in Stuttgart wären, würde er sagen Mercedes. In Hannover würde er sagen VW. Das ist Anpassung an den Markt. Okay, letzte Frage an der ganzen Geschichte, wir haben unsere Zeit schon überzogen, weil wir haben gleich ein Keynote zum Thema “Quattroporte – das neue System”. Ist das eigentlich auch für Unternehmen interessant, in diesem Regelenergiemarkt reinzugehen, wahrscheinlich mehr als für die Häuslebauer, oder?

Markus Brehler: Ich denke, es ist für den Häuslebauer sehr interessant, weil er mit seinen finanziellen und Platzmöglichkeiten, da eine gute Möglichkeit hat. Für Unternehmen ist es potenziell auch interessant, braucht man aber noch mal deutlich größere Geräte. Und Unternehmer haben auch eine andere Kalkulation. Unternehmer sind in der Regel keine Investoren in PV-Anlagen zum Beispiel…

Frank Farenski: Ja, interessant.

Markus Brehler: … sondern vermieten lieber Ihre Dächer, weil sie ihre Mittel dazu brauchen, ihr Geschäft weiter aufzubauen.

Regelleistung zu erklären ist sehr schwierig

 

Frank Farenski: Letzte Frage hier bei uns in der Runde, Sie haben ja gesehen, wie mühsam es ist, das Ganze zu erklären. Wir sind ja teilweise dabei den Bürgern, den Unternehmen die Energiewende noch zu erklären. Manche Häuslebauer machen eine Photovoltaikanlage drauf und bauen eine Gastherme im Keller ein, die haben von Wärmepumpe noch nie was gehört. Das ist wirklich so, ich habe viele Veranstaltungen, da ist das so, da zeigen wir Wärmepumpen im Keller, die Leute springen auf und sagen, habe ich ja noch nie gesehen, ich will einen Vertrag unterschreiben für eine Gastherme. Sie sehen ja, wie schwierig das zu erklären ist. Sie müssen mit den Fahrradfahrern, dem Berg kommen und in Kreisen kommen, damit ich überhaupt irgendwas davon verstehe. Und ich bin schon ein relativ schlaues Kücken. Das ist alles extrem ausdifferenziert und alles extrem erklärungsbedürftig. Das macht das ganze Geschäft nur schwierig oder?

Markus Brehler: Das ist halt unsere Aufgabe, das so zu machen, dass wir es richtig erklären können und das wir die Menschen mitnehmen. Das ist halt der Job, gehört auch zum Job, der zu tun ist. Nicht nur die Software entwickeln und die Hardware entwickeln, sondern auch die Menschen mitnehmen und das erklären, wie es funktioniert.

Frank Farenski: Sie müssen ja auch erklären.

Dr. Piepenbrink: Deshalb haben wir Sie ja, Herr Farenski.

Frank Farenski: Ja, aber Sie sehen, ich verstehe das ja alles gar nicht richtig. Das merken Sie jetzt erst auf der Messe.

Dr. Piepenbrink: Jetzt wird es natürlich dramatisch.

Frank Farenski: Aber so, auch Sie müssen erklären, Hauskraftwerke ist was anderes als ein Stromspeicher? Ist viel Arbeit.

Dr. Piepenbrink: Mittlerweile haben die Leute das verstanden. Ich habe heute Morgen gehört, in München werden nur noch E3/DC Geräte verkauft.

Frank Farenski: Ja seit gestern, weiß ich jetzt eh.

Dr. Piepenbrink: Also ich möchte die Leute auch wirklich bitten, auch was anderes Mal zu kaufen.

Frank Farenski: Sie wollen die Konkurrenz unterstützen? Gleich schließen wir an die Keynote “Quattroporte”. Ich bedanke mich recht herzlich bei den Zuschauern draußen beim Stream, dass Sie dabei waren. Die nächste Sendung, die über Stream, ist die Sendung “Effizienz”, das ist wirklich noch komplizierter als die Regelleistung. Da sind wir gestern schon so rumgeschlittert, mal sehen, ob wir es heute besser machen. Und ich möchte mich bei Ihnen recht herzlich bedanken, Herr Brehler.

Markus Brehler: Sehr gerne.

Herr Piepenbrink, Danke schön, das war Autark, das E3/DC MAGAZIN – Danke schön!

 *Anmerkung: An einigen Stellen wurde das Transkript zur leichteren Lesbarkeit überarbeitet, wobei die Aussagen an sich nicht verändert wurden.

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