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Kriterien für eine Photovoltaikanlage

Kriterien für eine Photovoltaikanlage

Die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage ist gefallen, jetzt gilt es, den richtigen Installateur zu finden. Firmennamen findet man im Branchenbuch, im Internet oder durch eine Empfehlung von Freunden und Kollegen, die schon eine Solarstromanlage haben.

Was einen guten Solarinstallateur auszeichnet

Ein guter Solarhandwerker wird immer zum Vor-Ort-Termin zu einem potenziellen Kunden kommen, denn ein seriöses Angebot entsteht nach Inaugenscheinnahme des Gebäudes und der Umgebung sowie einem ausführlichen Gespräch über den Bedarf.

Um sicher zu gehen, dass der Installateur sich mit der Solarstromtechnik gut auskennt, empfiehlt es sich, nach Referenzen zu fragen. Häufig finden sich Anlagenbeispiele auf der Website des Handwerksbetriebes oder der Handwerker weist sie mit Fotos und Anlagenbeschreibungen nach. Einige bieten auch an, dass man bestehende Kunden auf ihre Erfahrungen mit ihrer PV-Anlage und dem Installateur anspricht.

In dem Angebot beziehungsweise später dem Kaufvertrag sollten die wichtigsten Angaben wie detaillierte Stückzahlen und Seriennummern von Modulen und Wechselrichtern aufgelistet sein.

Ein seriöser Anbieter erstellt zur Inbetriebnahme eine umfassende Anlagendokumentation. Was darin enthalten sein sollte, zeigt der Photovoltaik-Anlagenpass, den der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zusammen entwickelt haben. Detaillierte Informationen und die Formulare gibt es unter www.photovoltaik-anlagenpass.de.

Selbst wenn der Installateur diesen Pass nicht ausstellt – er ist dazu nicht verpflichtet – so kann der Auftraggeber überprüfen, ob seine Dokumentation dieser Vorlage zumindest weitgehend entspricht.

In jedem Fall sollte der Interessent mindestens zwei Angebote einholen und diese vor seiner Entscheidung sorgfältig vergleichen.

Solarmodule auswählen

Die wichtigsten Bestandteile einer Photovoltaikanlage sind die Solarstrommodule, die Wechselrichter und das Montagegestell. Davon haben die Module den größten Anteil an den Gesamtkosten. Für Hausdachanlagen bieten sich kristalline Module an, da sie auf der gleichen Fläche einen höheren Solarertrag als Dünnschichtmodule erwirtschaften. (Hier erfahren Sie mehr zu den verschiedenen Modultypen.)

Photovoltaikmodule bieten mittlerweile mehrere Hundert Modulproduzenten an. Der Installateur hat in der Regel aber schon Module vorausgewählt und bietet diese mit an.

Module aus Deutschland oder dem Ausland

Einige Jahre wurde die Diskussion „Deutsche Qualitätsmodule versus chinesische Billigware“ geführt. Das hat sich geändert. Zum einen gibt es bedingt durch den Markteinbruch 2012 nur noch wenige deutsche Modulhersteller. Zum anderen ist die Qualität zumindest großer, namhafter asiatischer Hersteller mit deutscher Qualität mittlerweile vergleichbar.

Wie sehr sich die asiatischen Hersteller durchgesetzt haben, zeigt die alljährliche Photovoltaik-Marktstatistik des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens IHS Technology. Im Jahr 2014 belegten chinesische Hersteller die ersten sechs Plätze der Top 10 der weltweiten PV-Modulhersteller, dazu noch den achten Platz. Platz 7 und 10 waren von japanischen Modulproduzenten belegt, auf Platz 9 rangierte ein US-amerikanischer Hersteller.

Bei der Entscheidung für ein Modul sollte man darauf achten, dass der Hersteller einen Firmensitz in Europa oder besser noch in Deutschland hat. Kommt es zu einem Garantiefall, zum Beispiel aufgrund von Defekten, ist dies ein Vorteil. Die Ansprechpartner sind ohne großen Zeitunterschied zu erreichen und die Verständigung in deutscher oder englischer Sprache ist meistens möglich. Kommt es gar zu einem Rechtsstreit, ist ein Gerichtsstand in Europa sehr hilfreich.

Nachweisliche Sicherheit der PhotovoltaikanlageGarantie und Gewährleistung

Apropos Garantie. Auch wenn es mühsam ist, das Kleingedruckte mit den vielen Paragraphen zu lesen, lohnt es sich, die Garantieerklärungen der Modulhersteller unter die Lupe zu nehmen. Garantien sind grundsätzlich eine freiwillige Leistung von Herstellern. Sie treten nach der gesetzlich festgelegten Gewährleistungsfrist in Kraft. Entsprechend haben die Hersteller von Solarmodulen Spielraum bei der Ausgestaltung ihrer Produkt- und Leistungsgarantien. Dennoch sind sie an deutsches Recht gebunden, wenn sie ihre Produkte in Deutschland vertreiben. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat bereits Solarmodulhersteller aufgrund von unzulässigen Klauseln in den Garantiebedingungen abgemahnt. Nähere Informationen hierzu gibt es auf der Website der Verbraucherschützer (www.vz-nrw.de).

Während der Gewährleistungsdauer ist der direkte Vertragspartner der Ansprechpartner. In den meisten Fällen wird dies der Installateur sein. Auch deshalb lohnt es sich, einen vertrauenswürdigen und etablierten Solarfachbetrieb zu wählen.

Nachweisliche Sicherheit

Damit es gar nicht erst zu defekten Modulen und Schäden an der Photovoltaikanlage kommt, sind verschiedene Tests obligatorisch. Dass die Module definierten Sicherheits-, Qualitäts- und Haltbarkeitsanforderungen entsprechen, wird durch Zertifikate nachgewiesen.

Voraussetzung, damit Solarstrommodule in Verkehr gebracht werden dürfen, ist die CE-Kennzeichnung. Dies gilt für alle elektrischen Betriebsmittel.

Darüber hinaus sind für kristalline und für Dünnschichtmodule IEC-Zertifizierungen Pflicht. IEC ist die Abkürzung für die International Electrotechnical Commission, auf Deutsch Internationale Elektrotechnische Kommission. Die Genfer Normungsorganisation hat die Kriterien festgelegt, nach denen PV-Module getestet werden müssen. Ziel der Zertifizierung ist es, den in mechanischer und elektrischer Hinsicht sicheren Betrieb über die angenommene Lebensdauer von PV-Anlagen in Europa sicherzustellen.

Zertifikate für Bauart und Sicherheit

Kristalline Module müssen das Prüfzertifikat IEC 61215 haben. Damit wird die Bauarteignung und –zulassung nachgewiesen. In den Tests werden die Module Strahlungsbelastungen sowie thermischer und mechanischer Belastung ausgesetzt. Der entsprechende Standard für Dünnschichtmodule ist das Prüfzertifikat IEC 61646. Weiterhin gibt es die Prüfnorm IEC 61730 als Nachweis für die elektrische Sicherheit. Auch dieses Zertifikat ist Pflicht.

Da schon gefälschte Zertifikate in Umlauf gebracht wurden, ist es ratsam – zumindest bei unbekannten Herstellern – auf der Website des Prüfinstituts zu kontrollieren, ob das Modul geprüft und zertifiziert wurde.

Photovoltaikanlage und Batteriespeicher

Photovoltaikanlagen werden heute meist in einem Atemzug mit Batteriespeichersystemen genannt. Die Kosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde Solarstrom liegen heute unter den Bezugskosten für Strom aus dem Netz. Deshalb profitiert ein Haushalt von einem Solarstromspeicher. Gleichzeitig tragen Photovoltaik-Speicher dazu bei, das Stromnetz zu entlasten und zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung im Februar 2016 beschlossen, das Förderprogramm für Batteriespeicher zu verlängern (KfW-Programm Erneuerbare Energien „Speicher“). Mit Blick auf langfristig niedrige Stromkosten empfiehlt es sich, ein Angebot für eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Solarstromspeicher einzuholen.

Aufgrund technischer Systemverluste ist es in der Regel nicht möglich, 100 Prozent des gespeicherten PV-Stroms zu nutzen. Mit dem Freistrom-Konzept von Caterva ist es möglich, da die Verluste durch das Caterva-Energiemanagementsystem ausgeglichen werden.

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